Bilanzsteuerrecht aus dem Steuerberaterexamen 2016

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Ich glaube, der Spruch passt ganz gut zu meinem Wirken am 3. Tag des Examens. Eigentlich dachte ich ja, dass dieser Teil bei mir ganz gut gelaufen ist. Aber dann – totale Katastrophe. Owei, das tut weh.

Bei der Einsicht musste ich feststellen, dass ich keinen einzigen Punkt für Buchungssätze, Korrekturbuchungen oder Gewinnauswirkung bekommen habe. Entweder ich habe es falsch gemacht oder ich habe es schier gar nicht hingeschrieben. Allein dadurch habe ich so um die 15 Punkte vernichtet.

Außerdem war ich ungenau. Ich habe alles – wirklich alles – gewusst. Aber ich habe es schludrig hingeschrieben, ungenau zitiert, falsch gerechnet, einfach stümperhaft gearbeitet.

Nun gut. Der erste von drei Teilen gab insgesamt 37 Punkte. Mehrere Einzelsachverhalte mussten gelöst werden:

  1. Abrissverpflichtung für betriebliche Anlagen.
    – Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten
    – Sachleistungsverpflichtung
    – Bewertung nach 6 I 3a
    – Ansammlungsrückstellung, Abzinsung mit 5,5% im StR, Wertverhältnisse am Stichtag maßgebend
    7 Punkte
  2. Afa Verwaltungsgebäude
    – Standard: notwendiges BV, abnutzbares AV, naträgliche HK
    4 Punkte
  3. Mehrsteuern auf Betriebsprüfung
    – Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten, unabhängig von 4 Vb, außerbilanzielle Hinzurechnung
    3 Punkte
  4. Verlängerung des Mietvertrags
    – Anpassung der Rückstellung unter Beachtung des verlängerten Nutzungszeitraums
    4 Punkte
  5. Afa Verwaltungsg.
    7 IV S1 Nr. 1 iVm 52 XV
    3 Punkte*
  6. Finanzanlage
    – voraussichtlich dauernde Wertminderung >5%, BMF 16.7.2014
    – 6b
    – Wertaufholung
    14 Punkte*
    – Ermittlung des st. JÜ, Ergebnis
    2 Punkte** hier bin ich mir mit der Punkteverteilung nicht ganz sicher, aber ich denke, so müsste es stimmen.

Der zweite Sachverhalt betraf eine OHG (insgesamt 32 Punkte)

  1. Gesellschaftereintritt, § 24 UmwStG, Rn. 1.47 aa, 3. SpStr.
    Berechnung der Einlage, Einbringen von BV
    4 Punkte
  2. Steuerliche GH-Bilanz
    Buchwerte, Forderung an neuen Gesellschafter
    2 Punkte
  3. Ertragssteuerliche Auswirkungen
    diverse Ergängungsbilanzen, Berechnung Veräußerungsgewinn
    9 Punkte
  4. Eingebrachte WGs, Fußstapfentheorie, Ergänzungsbilanzen
    9 Punkte
  5. Darlehensaufnahme, SOBV II, Zinsstaffelmethode
    8 Punkte

Der dritte Sachverhalt ging um eine GmbH (insagesamt 31 Punkte)

  1. Möbelfertigung (HK)
    13 Punkte
  2. USt-Sonderprüfung 9bI & 15a UStG
    3 Punkte
  3. Warenlieferung mit selbstschuldnerischer Bürgschaft
    6 Punkte
  4. Manipulation einer Registrierkasse, VGA
    5 Punkte
  5. Ermittlung JÜ HB & StB
    4 Punkte

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Analyse der Bilanzklausur 2016

Bilanz machte mir ein wenig Angst. Es konnte gut gehen, aber es gab auch Bereiche, die in die Hosen gehen konnten. Als ich die Aufgabenstellung sah, war ich positiv überrascht. Das konnte ich.

Im ersten Teil war ein Einzelunternehmen (StB) zu betrachten. Folgende Themen waren zu bearbeiten: Anpassung nach einer BP, Rückstellung für Abrissverpflichtung der Mietereinbauten nach Vertragsablauf mit einmaliger Verlängerung des Mietvertrages, nachträgliche Herstellungskosten eines Betriebsgebäudes im Rahmen der BP mit Weiterbehandlung nach Ablauf der degressiven Geb.-AfA, Steuerverbindlichkeiten aus der BP, Teilwertbestimmung bei Aktien im AV, Teilverkauf der Aktien, TEV außerhalb der Bilanz.

Im zweiten Teil ging es um eine OHG (StB) mit bisher zwei Gesellschaftern wobei zum Jahreswechsel 01.01.2015 ein dritter Gesellschafter aufgenommen wurde, §24 UmwStG mit sämtlichen Ergänzungsbilanzen, einer Sonderbilanz und Fortentwicklung des Ganzen zum 31.12.2015.

Der dritte Teil ging um eine mittelgroße GmbH (HB und StB): Warenbewertung (Kunde tritt zurück und neuer Kunde zahlt weniger), Feststellungen USt-Sonderprüfung, Lieferung mit selbstschuldnerischer Bürgschaft und Insolvenz, vom GGF manipulierte Kasse.

Resümee

Als ich aus der Prüfung rausging, hatte ich das Gefühl, dass es super lief. Die Anpassungsbuchungen hatte ich über 2 Testklausuren in Klausurenkursen schon mal gemacht. § 24 UmwStG hatte ich erkannt und einen Extrakurs zu diesem Thema vorher besucht. Das flutschte also. Und der dritte Teil war auch okay.

Ich wurde fertig, ich konnte alles und hab auch zu allem etwas geschrieben. Und dann: 5,5. Was war da los? Ich habe keine Ahnung. Ich hatte so ein gutes Gefühl, dass ich sogar mit einer 3 vor dem Komma rechnete.

Mir bleibt nichts anderes übrig als Einsicht zu nehmen und zu schauen, ob es irgendwelche Anmerkungen gibt.